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Die Wagenfeld Leuchte – Klassiker oder das Mädchen von Nebenan?

6. Mai 2013

Meine Blog Kategorie “Produkte” startet an diesem wundervollen, sonnigen Tag -  und dies sehr, sehr klassisch. Zugegeben, das Wort Klassiker ist wahrscheinlich ausgelutschter als eine Calippo Eis in den Weiten der Sahara und jeder Mensch versteht etwas Eigenes darunter: Kartoffeln, Spargel und eine dicke gelbe Soße aus dem kleinen Tetra Pack? Barcelona gegen Real Madrid (neuerdings Bayern gegen Dortmund)? See: Der Begriff ist also mehr als ausgebleicht, aber zur Hölle damit: Mein Blog +  mein Stempel ergeben meinen Begriffsbrei zu der hübschen Wagenfeld Leuchte.

Was macht die Lampe so schniecke?

Ja, diese Frage meines inneren Interviewpartners ist eigentlich gar nicht so einfach zu beantworten. Stellen wir die Fakten fest: Tischleuchte, relativ “normal” im Aufbau, auch die Materialien (Glas, Metall) sind keine Exoten. Irgendwie verhält es sich hier wie bei dem berühmten “Mädchen von nebenan”: Kennt man halt, solide verarbeitet, alles sitzt an der richtigen Stelle, ist meistens ein wenig älter als man selbst….und man will sie gerne mal haben.

Aber Scherz beiseite: Natürlich muss ich allen Professoren der designologischen Linienführung, Lichtwohlfühlkunde oder des Zeitlos-Design-Wissertums Recht geben: Die Wagenfeld Leuchte schafft es, sich außerhalb der zeitlichen Achse zu positionieren. Auch nach 80 Jahren wirkt sie nicht deplaziert oder überholt, meistens ist sogar das Gegenteil der Fall. Die Proportionen der einzelnen Komponenten passen einfach zusammen, die verwendeten Materialien spielen ein schönes Katz und Maus Spiel und auch das Licht ist schön blendfrei. Richtig erklären kann man den ungeheuren Erfolg der Wagenfeld Leuchte aber auch nicht richtig, denn seien wir mal ehrlich: Trifft dieses Rezept nicht auf 100 000 anderer Leuchten ebenfalls zu? Yes!

Vielleicht kann man den Erfolg dieser Leuchte in diesen Breitengraden teilweise mit der Person erklären, mit deren Namen sie geschmückt worden ist und noch wird. Wilhelm Wagenfeld hat dabei nicht nur von Haus aus einen schön einprägsamen Namen, sondern ist auch mit einer ordentlichen Ladung Talent gesegnet gewesen. Daher klebt an ihm das Label des “bedeutenden Industriedesigners” und/oder des “Pioniers des Industriedesigns” sicherlich nicht zu unrecht an. Der Terminus Bauhaus hat sicherlich auch seinen Teil dazu beigetragen, schließlich übt nicht nur die Band immer noch eine große Anziehungskraft aus.

Doch nicht nur Wilhelm Wagenfeld zeigte sich für die Leuchte verantwortlich. Carl Jakob Jucker war der zweite Kopf, der als Brutstätte für diesen Entwurf diente. Interessant ist hierbei, dass der Entwurf mit dem Glasboden und Glaskolben wohl aus seiner Feder stammte, während Wilhelm Wagenfeld die Variante mit Metallfuss zugesprochen wird. Schon vor mehr als 80 Jahren war man sich aber der Urheberschaft nicht ganz so sicher und dieser Diskurs hallt noch in die heutige Zeit nach. Wer mehr darüber erfahren möchte kann ich hier dieses Büchlein empfehlen: Auszug aus besagtem Buch zur Wagenfeld Leuchte

Fragen oder Anmerkungen? Einfach ein klein wenig nach unten scrollen und Mitteilungsbedürfnis los werden!

 

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